
Welche Fähre nach England die beste ist, hängt stark davon ab, wo du in Deutschland startest und wohin du in England möchtest. Von Norddeutschland und Westdeutschland aus sind die Nachtfähren ab den Niederlanden oft sehr logisch. Kommst du aus Mitteldeutschland oder Süddeutschland, können dagegen die Routen über Frankreich viel besser passen, vor allem wenn du nach Südengland, an die Südküste oder sowieso durch Frankreich reist.
Wir haben in den vergangenen Jahren viele Überfahrten nach England selbst gemacht. Einige sogar mehrfach. Wir sind mit Stena Line zwischen Hoek van Holland und Harwich gereist, sowohl mit Auto als auch ohne Auto per Rail & Sail. Wir haben die Nachtfähre von Rotterdam nach Hull genommen, sind von Amsterdam/IJmuiden nach Newcastle gefahren, haben die Fähren zwischen Calais und Dover ausprobiert und auch den Autozug durch den Eurotunnel getestet. Außerdem sind wir mit Brittany Ferries zwischen Saint-Malo, Portsmouth und Cherbourg gereist.
Deshalb schauen wir in diesem Artikel nicht nur auf Fahrzeiten und Ticketpreise. Beides ist wichtig, aber es erzählt nicht die ganze Geschichte. Eine Route kann auf dem Papier schnell aussehen, sich in der Praxis aber trotzdem anstrengend anfühlen, wenn du erst viele Stunden bis zum Hafen fahren musst und nach der Ankunft in England noch einmal quer durchs Land musst.
Uns interessiert vor allem die gesamte Reise: Kommst du erholt an? Liegt der Ankunftshafen sinnvoll für dein erstes echtes Ziel in England? Kannst du mit Kindern, Gepäck und Auto halbwegs entspannt reisen? Und fühlt sich die Überfahrt schon wie Urlaub an, oder nur wie ein notwendiger Transfer?
Genau das macht bei Fähren nach England oft den Unterschied. Bei einer Nachtfähre steigst du abends an Bord, isst vielleicht noch etwas, schläfst in der Kabine und wachst am nächsten Morgen schon viel näher an deinem Ziel auf. Bei einer kurzen Kanalüberfahrt bist du schneller drüben, hast dafür aber häufig mehr Autofahrt vor und nach der Fähre.
In diesem Artikel vergleichen wir die wichtigsten Möglichkeiten aus deutscher Sicht: Welche Fähre nach England passt am besten zu deiner Reise?
Aus eigener Erfahrung: Diese Einschätzung basiert nicht nur auf Fahrplänen und Karten. Wir sind mehrere der wichtigsten Routen selbst gefahren, darunter Hoek van Holland – Harwich, Rotterdam – Hull, Amsterdam/IJmuiden – Newcastle, Calais – Dover, der Eurotunnel sowie Brittany Ferries zwischen Frankreich und Südengland. Genau deshalb bewerten wir die Routen nicht nur nach Fahrzeit, sondern auch danach, wie entspannt die komplette Reise wirklich ist.
Welche Fähre nach England wählen? Die Kurzantwort
- Beste Allround-Wahl aus Nord- und Westdeutschland: Hoek van Holland – Harwich
- Beste Nachtfähre nach Nordengland: Rotterdam – Hull
- Beste Wahl für Schottland und Nordostengland: Amsterdam/IJmuiden – Newcastle
- Schnellste Kanalroute: Calais – Dover oder der Autozug durch den Eurotunnel
- Beste Wahl bei einer Reise über Frankreich: Brittany Ferries ab Normandie oder Bretagne
Eine einzige beste Fähre nach England gibt es aus unserer Sicht nicht. Die richtige Route hängt vor allem davon ab, wo du losfährst und wo du in England ankommen möchtest.
Kommst du aus Norddeutschland?
Dann sind die Fähren ab den Niederlanden oft sehr logisch. Hoek van Holland – Harwich, Rotterdam – Hull und Amsterdam/IJmuiden – Newcastle liegen für viele Reisende aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein deutlich besser als Calais oder die Häfen in der Bretagne.
Kommst du aus Nordrhein-Westfalen oder Westdeutschland?
Dann hast du mehrere gute Optionen. Für London, Ostengland und Südengland ist Hoek van Holland – Harwich oft sehr stark. Für Nordengland kann Rotterdam – Hull sinnvoller sein. Wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als Komfort, bleibt Calais – Dover eine praktische Route.
Kommst du aus Mitteldeutschland oder Süddeutschland?
Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Routen über Frankreich. Für eine schnelle Kanalüberfahrt sind Calais – Dover oder der Eurotunnel naheliegend. Wenn du aber nach Südengland, an die Südküste, nach Devon, Dorset, Hampshire oder Cornwall möchtest, können auch die Brittany-Ferries-Routen ab der Normandie oder Bretagne sehr gut in die Reise passen.
Reist du mit Kindern oder möchtest du möglichst entspannt ankommen?
Dann ist eine Nachtfähre mit Kabine oft angenehmer als die schnellste Überfahrt. Besonders Hoek van Holland – Harwich, Rotterdam – Hull und Amsterdam/IJmuiden – Newcastle sind dann Routen, die du ernsthaft vergleichen solltest.
Planst du eine Rundreise durch Frankreich und England?
Dann sind Saint-Malo – Portsmouth, Cherbourg – Portsmouth oder andere Brittany-Ferries-Routen sehr interessant. Du musst nicht erst zurück nach Calais fahren, sondern kannst Westfrankreich und Südengland viel logischer miteinander verbinden.
Mehr zu den Grundrouten findest du hier:
Fähren von Deutschland nach England
Fähren von den Niederlanden nach England
Fähren von Frankreich nach England


Schnelle Orientierung nach Startregion
Aus Deutschland ist nicht nur der Zielort in England wichtig, sondern auch dein Startpunkt. Grob würden wir die Routen so einordnen:
- Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein: Amsterdam/IJmuiden – Newcastle, Rotterdam – Hull oder Hoek van Holland – Harwich.
- NRW und Westdeutschland: Hoek van Holland – Harwich als Allrounder, Rotterdam – Hull für Nordengland, Calais – Dover für Südostengland.
- Mitteldeutschland: Calais – Dover oder Eurotunnel für die schnelle Kanalroute, je nach Ziel aber auch die niederländischen Nachtfähren.
- Süddeutschland: Calais – Dover oder Eurotunnel für Südostengland, Brittany Ferries bei Frankreich-Rundreise, Südengland, Dorset, Devon oder Cornwall.
- Familien und längere Urlaubsreisen: Nachtfähren mit Kabine können angenehmer sein als die kürzeste Überfahrt.
Die wichtigste Frage: Wo in Deutschland startest du?
Bei einer Reise nach England schauen viele zuerst auf die Fahrzeit der Fähre. Verständlich, aber aus deutscher Sicht ist das oft der falsche Anfang. Wichtiger ist die Frage: Wie sieht deine komplette Reiseroute aus?
Für jemanden aus Hamburg kann Amsterdam/IJmuiden – Newcastle eine sehr sinnvolle Route nach Schottland sein. Für jemanden aus München wäre dieselbe Route oft ein riesiger Umweg. Umgekehrt kann Saint-Malo – Portsmouth für eine Familie aus Süddeutschland interessant sein, wenn die Reise ohnehin über Frankreich führt, während diese Route für Reisende aus Norddeutschland meistens zu weit westlich liegt.
Wir würden deshalb nicht nur fragen: Welche Fähre ist am kürzesten? Sondern eher: Welche Route bringt dich am entspanntesten dorthin, wo deine Reise in England wirklich beginnt?
Die wichtigsten Fähren nach England im Vergleich
In der Tabelle unten vergleichen wir die wichtigsten Routen. Nicht nur nach Fahrzeit, sondern vor allem danach, für welche Reise sie aus deutscher Sicht am besten passt.
1. Hoek van Holland – Harwich: starke Allround-Route für Nord- und Westdeutschland



Wenn wir eine Route nennen müssten, die für viele deutsche Reisende sehr gut funktioniert, dann wäre Hoek van Holland – Harwich ganz vorne dabei. Nicht, weil sie für jeden die schnellste Lösung ist, sondern weil die Balance sehr gut ist: gut erreichbarer Hafen in den Niederlanden, komfortable Schiffe, Tages- und Nachtüberfahrten und eine praktische Ankunft in Ostengland.
Besonders für Reisende aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Teilen von Westdeutschland ist diese Route oft logischer als eine Fahrt bis nach Calais. Du fährst in die Niederlande, gehst in Hoek van Holland an Bord und kommst in Harwich an der englischen Ostküste an. Von dort aus erreichst du London, Essex, Suffolk, Norfolk und große Teile von Ost- und Südengland recht gut.
Wir haben diese Strecke selbst mehrfach gemacht, sowohl mit Auto als auch ohne Auto per Rail & Sail. Gerade diese Flexibilität macht die Route interessant. Mit dem Auto ist sie eine entspannte Möglichkeit, nach England zu kommen. Ohne Auto ist sie eine schöne Alternative für alle, die mit Zug und Fähre nach London oder weiter durch England reisen möchten.
Der große Vorteil ist die Wahl zwischen Tagesfähre und Nachtfähre. Die Tagesüberfahrt ist angenehm, wenn du die Überfahrt bewusst erleben möchtest. Du hast Zeit, an Deck zu gehen, etwas zu essen und die Reise ruhig beginnen zu lassen. Die Nachtfähre ist dagegen besonders praktisch, wenn du mit Kindern reist oder eine lange Autofahrt unterbrechen möchtest. Du steigst abends ein, schläfst in der Kabine und wachst morgens in England auf.
Was uns an dieser Route besonders gefällt: Sie fühlt sich nicht gehetzt an. Vor allem auf der Nachtfähre wird aus der Überfahrt eher eine Hotelnacht auf See als ein anstrengender Reisetag. Für viele Reisen nach London, Ostengland oder Südengland ist das eine sehr angenehme Lösung.
Unsere Wahl für: London, Ostengland, Südostengland und Reisende aus Nord- oder Westdeutschland.
Warum wir diese Route mögen: gute Balance aus Komfort, Lage des Hafens und entspannter Ankunft in England.
Weniger praktisch, wenn: du nach Nordengland oder Schottland möchtest. Dann liegen Hull oder Newcastle oft besser.
Mehr dazu:
An Bord auf der Fähre Hoek van Holland – Harwich
Harwich – Hoek van Holland mit Rail & Sail und Nachtüberfahrt
Kabinen, Tickets und Upgrades bei Stena Line
2. Rotterdam – Hull: sinnvoll für Nordengland, Yorkshire, Manchester und Liverpool



Die Fähre von Rotterdam nach Hull ist besonders interessant, wenn dein Ziel in Nordengland liegt. Denk an Yorkshire, Manchester, Liverpool, das Lake District oder auch eine Weiterreise Richtung Schottland. Statt erst bis Calais zu fahren und danach in England noch stundenlang nach Norden zu müssen, kommst du mit dieser Nachtfähre direkt deutlich weiter oben an.
Für Reisende aus Westdeutschland, Nordrhein-Westfalen und Teilen Norddeutschlands ist Rotterdam gut erreichbar. Die Route ist daher eine echte Alternative zur klassischen Fahrt über Calais, vor allem wenn dein erstes Ziel nicht London oder Kent ist, sondern der Norden Englands.
Wir fanden diese Strecke besonders angenehm, weil sie einen großen Teil der Reise in die Nacht verlegt. Du fährst am späten Nachmittag oder Abend zum Hafen, gehst an Bord, isst vielleicht noch etwas und schläfst während der Überfahrt. Am nächsten Morgen fährst du in Hull von der Fähre und bist schon im richtigen Teil des Landes.
Das klingt simpel, macht unterwegs aber einen großen Unterschied. Gerade mit Kindern oder vollerem Auto fühlt sich Rotterdam – Hull deutlich entspannter an als eine lange Tagesfahrt über Calais und Südengland. Du teilst die Reise besser auf und sparst dir viele Kilometer auf der englischen Seite.
Für London, Kent oder die Südküste würden wir diese Route nicht zuerst wählen. Dafür liegt Hull zu weit nördlich. Aber für Nordengland ist sie sehr logisch und oft viel angenehmer als die schnellste Kanalüberfahrt.
Unsere Wahl für: Yorkshire, Manchester, Liverpool, Nordengland, Lake District und eventuell Schottland.
Warum wir diese Route mögen: du schläfst unterwegs und kommst deutlich weiter nördlich in England an.
Weniger praktisch, wenn: du nach London, Kent oder an die Südküste reist.
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Unsere Erfahrungen mit der Fähre Rotterdam – Hull
3. Amsterdam/IJmuiden – Newcastle: die Route für Schottland und Nordostengland




Die Fähre von Amsterdam/IJmuiden nach Newcastle ist eine Route, die du vor allem dann wählen solltest, wenn dein Ziel dazu passt. Für London oder Südengland würden wir sie nicht empfehlen. Für Newcastle, Northumberland, Nordostengland oder Schottland ist sie dagegen eine sehr gute Option.
Aus Norddeutschland kann diese Route sehr sinnvoll sein. Wer aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein kommt und nach Schottland möchte, kann sich mit Amsterdam – Newcastle eine lange Fahrt durch England sparen. Du kommst direkt im Nordosten an und bist deutlich näher an der schottischen Grenze.
Auch das ist eine echte Nachtfähre. Du gehst abends an Bord, hast Zeit zum Essen, kannst noch etwas auf dem Schiff herumlaufen und schläfst dann während der Überfahrt. Am nächsten Morgen beginnt deine Reise direkt in dem Teil Englands, in dem du wahrscheinlich sowieso sein möchtest.
Wir würden diese Route nicht nur über den Ticketpreis bewerten. Sie kann im ersten Moment teurer aussehen als andere Verbindungen, aber sie spart viele Kilometer in England. Gerade bei einer längeren Rundreise durch Nordengland oder Schottland kann das den Unterschied machen.
Unsere Wahl für: Newcastle, Northumberland, Nordostengland und Schottland.
Warum wir diese Route mögen: du kommst direkt im Norden Englands an und musst nicht erst das ganze Land durchqueren.
Weniger praktisch, wenn: du nach London oder Südengland möchtest.
Mehr dazu:
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4. Calais – Dover: schnell, flexibel und für viele aus Deutschland naheliegend




Wenn du möglichst schnell über den Kanal möchtest, bleibt Calais – Dover schwer zu schlagen. Die Überfahrt ist kurz, es gibt viele Abfahrten und du kannst zwischen mehreren Fährgesellschaften wählen. Gerade aus Westdeutschland, Mitteldeutschland und Süddeutschland ist diese Route oft die klassische Lösung, wenn du über Belgien und Nordfrankreich nach England fährst.
Calais – Dover ist besonders praktisch für Kent, London, Sussex und viele Ziele in Südostengland. Du fährst durch Frankreich bis Calais, setzt über und bist in Dover direkt an der englischen Südküste.
Der Nachteil: Diese Route kann sich weniger entspannt anfühlen als eine Nachtfähre. Du musst erst bis Calais fahren, einchecken, übersetzen und danach in England weiterfahren. Wenn dein Ziel noch mehrere Stunden entfernt liegt, wird es trotzdem ein langer Reisetag.
Wir merken selbst, dass Calais – Dover eher eine praktische Route ist als eine besonders ruhige. Sie ist schnell, flexibel und oft preislich interessant. Aber sie ist nicht unbedingt die Route, bei der die Überfahrt schon wie Urlaub wirkt.
Für viele deutsche Reisende bleibt sie trotzdem sehr wichtig. Vor allem wenn du aus Süddeutschland oder Mitteldeutschland kommst und nach London, Kent oder Südostengland möchtest, ist Calais – Dover oft der logischste Kanalübergang.
Unsere Wahl für: Kent, London, Südostengland und Reisende, die schnell über den Kanal möchten.
Warum diese Route praktisch ist: kurze Überfahrt, viele Abfahrten und hohe Flexibilität.
Weniger angenehm, wenn: du mit Kindern sehr entspannt reisen möchtest oder dein Ziel weit im Norden Englands liegt.
Mehr zur Routenübersicht:
Fähren von Frankreich nach England
5. Eurotunnel/Le Shuttle: sehr schnell, aber weniger Fährgefühl


Der Autozug durch den Eurotunnel ist natürlich keine Fähre, gehört aber trotzdem in jeden Vergleich der Routen nach England. Auf der Verbindung zwischen Calais beziehungsweise Coquelles und Folkestone ist Le Shuttle die wichtigste Alternative zur Fähre Calais – Dover.
Wir haben den Autozug ebenfalls ausprobiert. Der Vorteil ist offensichtlich: Du fährst auf den Zug, bleibst im Auto beziehungsweise in dessen Nähe und kurze Zeit später fährst du in England wieder herunter. Für alle, die möglichst effizient reisen möchten, ist das sehr attraktiv.
Gleichzeitig fehlt etwas, das wir an der Fähre mögen. Auf der Fähre kannst du aussteigen, an Deck gehen, einen Kaffee holen, etwas essen und die White Cliffs of Dover sehen. Im Tunnel ist es eher ein Transfer. Praktisch, schnell, aber nicht besonders atmosphärisch.
Für Reisende, die empfindlich auf Seegang reagieren, wenig Zeit haben oder einfach so schnell wie möglich nach England möchten, ist der Eurotunnel eine sehr gute Option. Wenn du die Überfahrt aber als Teil der Reise erleben möchtest, würden wir persönlich eher die Fähre wählen.
Unsere Wahl für: maximale Effizienz, kurze Reisezeit und Reisende, die nicht mit der Fähre fahren möchten.
Warum diese Option praktisch ist: schnell, unkompliziert und ohne Seegang.
Weniger schön, wenn: du genau dieses Fährgefühl suchst.
6. Brittany Ferries ab Normandie und Bretagne: sehr logisch, wenn du aus Süd- oder Mitteldeutschland über Frankreich reist
Die Routen von Brittany Ferries werden aus deutscher Sicht manchmal unterschätzt. Wer nur auf die Karte schaut, denkt schnell: Warum sollte ich erst in die Normandie oder Bretagne fahren, wenn Calais näher am Kanal liegt? Aber je nach Reiseplan kann genau das sehr sinnvoll sein.
Das gilt vor allem für Reisende aus Süddeutschland und Mitteldeutschland, die ohnehin durch Frankreich fahren oder Frankreich und England in einer Rundreise kombinieren. Wenn du zum Beispiel über Elsass, Burgund, Loire, Normandie oder Bretagne reist und danach nach Südengland möchtest, musst du nicht zwangsläufig wieder nach Calais zurück. Dann können Routen wie Saint-Malo – Portsmouth, Cherbourg – Portsmouth oder andere Verbindungen von Brittany Ferries viel besser in die Reise passen.
Besonders sinnvoll sind diese Routen, wenn dein erstes Ziel in England nicht London oder Kent ist, sondern eher Portsmouth, Hampshire, Dorset, Devon, Cornwall oder die englische Südküste. Du kommst dann nicht im äußersten Südosten Englands an, sondern deutlich weiter westlich. Das kann auf der englischen Seite viele Kilometer sparen.
Diese Überfahrten fühlen sich außerdem ganz anders an als Calais – Dover. Es sind keine kurzen Kanalhops, sondern längere Fährreisen, bei denen das Schiff wirklich Teil der Reise wird. Mehr Zeit an Bord, oft mehr Ruhe, mehr Platz und bei Nachtüberfahrten natürlich die Möglichkeit, mit Kabine zu reisen.
Für Reisende aus Norddeutschland sind diese Routen meistens weniger naheliegend. Dann liegen die niederländischen Häfen oft deutlich besser. Aber aus Süddeutschland, aus Teilen Mitteldeutschlands oder bei einer Reise über Frankreich können die Brittany-Ferries-Routen sehr gut funktionieren.
Unsere Wahl für: Südengland, Portsmouth, Hampshire, Dorset, Devon, Cornwall, Normandie, Bretagne und Frankreich-England-Rundreisen.
Warum wir diese Routen mögen: du vermeidest den Umweg über Calais, wenn du ohnehin weiter westlich in Frankreich bist, und kommst oft praktischer an der englischen Südküste an.
Weniger praktisch, wenn: du direkt aus Norddeutschland nach England möchtest oder einfach die schnellste Kanalüberfahrt suchst.
Mehr dazu:
Brittany Ferries: Welche Kabine, welches Ticket und welche Upgrades lohnen sich?
Fähren von Frankreich nach England
7. Saint-Malo – Portsmouth: schöne Route von der Bretagne nach Südengland



Die Überfahrt von Saint-Malo nach Portsmouth ist eine der Routen, bei denen die Fähre wirklich ein Teil der Reise wird. Das ist keine kurze Verbindung, die du nur möglichst schnell hinter dich bringen möchtest. Es ist eher eine ruhige, längere Überfahrt zwischen Bretagne und Südengland.
Wir haben diese Strecke mit Brittany Ferries selbst gemacht. Gerade wenn du bereits in Westfrankreich bist, ist sie eine sehr schöne Möglichkeit, nach England weiterzureisen. Du musst nicht erst wieder nach Calais zurück, sondern fährst direkt von Saint-Malo nach Portsmouth.
Für deutsche Reisende ist diese Route besonders interessant, wenn Frankreich ohnehin Teil der Reise ist. Zum Beispiel bei einer Rundreise durch die Bretagne oder Normandie, die danach mit Südengland kombiniert wird. Auch wenn dein Ziel in England eher an der Südküste liegt, kann Portsmouth praktischer sein als Dover.
Saint-Malo selbst ist außerdem ein Ort, an dem man sehr gut eine Reise beginnen oder beenden kann. Das macht die Route nicht nur praktisch, sondern auch atmosphärisch. Sie passt gut zu einer Reise, bei der es nicht nur um die schnellste Verbindung geht, sondern um eine schöne Gesamtroute.
Unsere Wahl für: Bretagne, Westfrankreich, Portsmouth, Südengland und Rundreisen Frankreich – England.
Warum wir diese Route mögen: schöne, ruhige Überfahrt und praktische Ankunft in Portsmouth.
Weniger praktisch, wenn: du direkt aus Nord- oder Westdeutschland nach England möchtest.
Mehr dazu:
Unsere Erfahrung mit Brittany Ferries von Saint-Malo nach Portsmouth
8. Portsmouth – Cherbourg: gut für Rundreisen zwischen England und Normandie




Die Route Portsmouth – Cherbourg ist besonders interessant, wenn du England und Frankreich miteinander kombinierst. Wir haben diese Überfahrt mit Brittany Ferries gemacht und fanden sie eine sehr angenehme Verbindung zwischen Südengland und der Normandie.
Portsmouth liegt praktisch an der englischen Südküste. Cherbourg wiederum ist ein guter Ausgangspunkt für die Normandie, die Bretagne und weitere Reisen durch Westfrankreich. Deshalb passt diese Route vor allem in eine Rundreise, weniger als Standardroute aus Deutschland nach England.
Was uns an dieser Überfahrt gefallen hat, ist die Ruhe. Du vermeidest die stark befahrene Dover-Calais-Achse und wählst eine Verbindung, die sich mehr nach entspanntem Reisen anfühlt. Wenn du bereits in Südengland bist, kann Portsmouth – Cherbourg viel logischer sein, als erst wieder nach Dover zurückzufahren.
Auch aus deutscher Sicht kann diese Route Sinn ergeben, vor allem wenn du eine längere Reise durch Frankreich und England planst. Wer aus Süddeutschland über Frankreich fährt und nicht nur schnell nach London möchte, sollte die Brittany-Ferries-Routen zumindest mitdenken.
Unsere Wahl für: Rundreisen zwischen Südengland, Normandie und Bretagne.
Warum wir diese Route mögen: ruhiger als Dover und praktisch für Reisen durch Westfrankreich und Südengland.
Weniger praktisch, wenn: du einfach die kürzeste oder schnellste Verbindung aus Deutschland nach England suchst.
Mehr dazu:
Portsmouth nach Cherbourg: unsere Erfahrung mit Brittany Ferries
Welche Route passt zu welcher Region in Deutschland?
Aus deutscher Sicht ist die Startregion besonders wichtig. Deshalb würden wir die Routen noch einmal grob so einordnen:
- Norddeutschland: Hoek van Holland – Harwich, Rotterdam – Hull und Amsterdam/IJmuiden – Newcastle sind oft sehr logisch. Für Schottland ist Newcastle besonders interessant.
- Westdeutschland und NRW: Hoek van Holland – Harwich ist eine starke Allround-Route. Für Nordengland lohnt Rotterdam – Hull. Für schnelle Reisen nach Südostengland bleibt Calais – Dover eine gute Option.
- Mitteldeutschland: Calais – Dover ist oft die schnelle Kanalroute. Je nach Ziel können aber auch die Niederlande oder Brittany Ferries über Frankreich Sinn ergeben.
- Süddeutschland: Für London und Südostengland ist Calais – Dover oder der Eurotunnel häufig naheliegend. Für Südengland, Südwestengland oder eine Rundreise über Frankreich können Brittany-Ferries-Routen ab Normandie oder Bretagne sehr interessant sein.
- Reisen mit Kindern: Nachtfähren mit Kabine sind oft entspannter als die kürzeste Überfahrt. Besonders Hoek van Holland – Harwich, Rotterdam – Hull und Amsterdam/IJmuiden – Newcastle sind dann gute Kandidaten.
Warum mit der Fähre nach England statt zu fliegen?
Fliegen wirkt auf dem Papier oft schneller, aber bei einer Reise nach England ist das nicht immer die ganze Wahrheit. Du musst zum Flughafen, früh da sein, durch die Sicherheitskontrolle, auf Gepäck warten und danach oft noch einen Mietwagen nehmen oder mit dem Zug weiterreisen.
Mit der Fähre funktioniert die Reise anders. Wenn du mit dem eigenen Auto fährst, nimmst du einfach alles mit: Koffer, Kinderwagen, Fahrräder, Campingausrüstung, Hund, Proviant oder einfach mehr Gepäck, als im Flugzeug angenehm wäre. Du fährst an Bord, steigst aus dem Auto und die Reise beginnt eigentlich sofort.
Natürlich ist Fliegen manchmal sinnvoll, etwa für eine kurze Städtereise ohne Auto. Aber für Familien, Roadtrips, Campingreisen oder Rundreisen durch England fühlt sich die Fähre oft viel logischer an.
Das merken wir vor allem bei Nachtfähren. Eine Kabine, Betten, Dusche und ein eigener kleiner Raum verändern die Reise komplett. Du musst nicht den ganzen Tag durchfahren, sondern schläfst während eines Teils der Strecke. Die Überfahrt ist dann nicht nur Transport, sondern eine Art Hotelnacht unterwegs.
Auch auf kürzeren Routen wie Calais – Dover hat die Fähre ihren Reiz. Du kannst an Deck gehen, etwas essen, die Beine vertreten und bei der Ankunft die weißen Klippen von Dover sehen. Das fühlt sich mehr nach Reise an als ein schneller Transfer durch den Tunnel.
Kurz gesagt: Das Flugzeug kann für eine kurze Städtereise praktisch sein. Für Urlaub mit eigenem Auto, Kindern, viel Gepäck oder eine Rundreise durch England ist die Fähre oft die angenehmere Wahl. Nicht immer schneller, aber häufig stimmiger.
Welche Fähre nach England würden wir wählen?
Die beste Fähre nach England gibt es nicht für alle. Nach unseren eigenen Überfahrten würden wir vor allem auf die komplette Route schauen: Wo startest du in Deutschland, wo möchtest du in England ankommen und wie viel Autofahrt möchtest du nach der Fähre noch haben?
- Für London und Ostengland: Hoek van Holland – Harwich oder Calais – Dover.
- Für Nordengland: Rotterdam – Hull.
- Für Schottland und Nordostengland: Amsterdam/IJmuiden – Newcastle.
- Für die schnellste Kanalüberfahrt: Calais – Dover oder der Eurotunnel.
- Für Südengland über Frankreich: Brittany Ferries ab Normandie oder Bretagne.
- Für Familien und entspannteres Reisen: eine Nachtfähre mit Kabine.
Unsere persönliche Allround-Wahl aus Nord- und Westdeutschland wäre häufig Hoek van Holland – Harwich. Die Route ist komfortabel, vielseitig und funktioniert sowohl mit Auto als auch per Rail & Sail. Für Nordengland würden wir Rotterdam – Hull sehr ernsthaft prüfen. Für Schottland ist Amsterdam/IJmuiden – Newcastle oft die logischste Wahl.
Aus Süddeutschland oder Mitteldeutschland würden wir stärker über Frankreich denken. Für eine schnelle Reise nach Südostengland sind Calais – Dover oder der Eurotunnel naheliegend. Wenn Frankreich Teil der Reise ist oder du nach Südengland, Dorset, Devon, Cornwall oder an die englische Südküste möchtest, können die Brittany-Ferries-Routen dagegen viel besser passen, als man auf den ersten Blick denkt.
Fazit: Wähle nicht nur die kürzeste Fähre, sondern die beste Route für deine ganze Reise
Bei einer Fähre nach England ist es verlockend, nur auf Fahrzeit oder Preis zu schauen. Das greift aber oft zu kurz. Eine kurze Überfahrt kann trotzdem anstrengend sein, wenn du erst lange bis Calais fahren musst und danach in England noch viele Kilometer vor dir hast. Umgekehrt kann eine längere Nachtfähre sehr effizient sein, weil du schläfst, während du reist.
Genau das ist aus deutscher Sicht entscheidend. Für Norddeutschland und Westdeutschland sind die niederländischen Abfahrtshäfen oft sehr stark. Für Nordengland und Schottland können Hull und Newcastle viel besser liegen als Dover. Für Süddeutschland, Mitteldeutschland und Reisen über Frankreich solltest du dagegen auch die Routen ab Calais sowie die Brittany-Ferries-Verbindungen ab Normandie und Bretagne vergleichen.
Unsere wichtigste Empfehlung: Schau nicht nur auf die Fähre selbst, sondern auf den ganzen Reisetag. Wie weit ist der Hafen von deinem Wohnort entfernt? Wo kommst du in England an? Wie viel musst du danach noch fahren? Und reist du mit Kindern, viel Gepäck oder vollerem Auto?
Dann wird oft klar: Die beste Fähre nach England ist nicht automatisch die kürzeste. Es ist die Route, bei der du am entspanntesten dort ankommst, wo deine Reise wirklich beginnt.
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