
Zwischen Calais und Dover hast du mit dem Auto eine ungewöhnlich große Auswahl. P&O Ferries, DFDS und Irish Ferries fahren über den Ärmelkanal, und mit LeShuttle kannst du dein Fahrzeug durch den Ärmelkanaltunnel nach Folkestone bringen.
Wir wollten nicht nur Fahrzeiten und Preise nebeneinanderstellen. Also haben wir alle vier Möglichkeiten selbst ausprobiert. Das Ergebnis waren zwei ziemlich ungewöhnliche Tage, an denen wir mehrfach zwischen Frankreich und England hin und her gefahren sind.
Genau das macht diesen Vergleich für uns interessant: Wir können sagen, wie sich die vier Varianten direkt hintereinander angefühlt haben. Check-in, Grenzkontrolle, Sitzplätze, Außenbereiche, Essen, Kaffee, Ankunft und natürlich der Unterschied zwischen anderthalb Stunden auf dem Wasser und 35 Minuten unter dem Kanal.
Was wir bei unserem Test bezahlt haben
Für jede Überfahrt buchten wir zwei Personen und ein Auto für eine einfache Fahrt. Unsere damaligen Preise waren:
P&O Ferries: 91,70 €
Irish Ferries: 96,50 €
DFDS: 100,00 €
LeShuttle: 172,50 €
Wichtig: Das sind historische Preise unserer Testreise und keine aktuellen Richtpreise. Gerade Calais-Dover und LeShuttle arbeiten mit stark variierenden Tarifen. Bei deiner Reise kann die Reihenfolge deshalb völlig anders aussehen.
Wenn du aktuelle Preiscontext suchst, haben wir inzwischen auch ein eigenes Fährpreis-Research für Familien im Sommer 2026. Dort vergleichen wir Fähren nicht nur nach Ticketpreis, sondern auch nach Streckenlänge und Reiseart.
Möchtest du direkt zu unserer Empfehlung? Springe hier zum Fazit.
Tag 1: Unsere Erfahrung mit LeShuttle



Wir starteten früh am Morgen am LeShuttle-Terminal in Coquelles. Bei unserem Test war der Zug fast 70 € teurer als die günstigste Fähre. Dafür ist die eigentliche Fahrt mit rund 35 Minuten sehr kurz.
Das erste, was uns im direkten Vergleich auffiel: Der Zeitvorteil ist real, aber nicht so groß wie 35 gegen 90 Minuten vermuten lässt. Bei beiden Möglichkeiten musst du einchecken, durch Grenzkontrollen und auf das Boarding warten.
Wir waren an diesem Morgen besonders früh. Beim Check-in bot uns ein Mitarbeiter deshalb spontan an, einen früheren Zug zu nehmen. Das war für uns natürlich perfekt und ein klein detail dat in een dienstregeling nergens staat.


Bei der britischen Grenzkontrolle wurde es noch etwas interessanter. Die Beamten fragten uns, warum wir innerhalb so kurzer Zeit so oft zwischen Frankreich und England hin und her fuhren. Das ist natuurlijk een vrij logisch vraag als je onze reisplanning ziet.
Wir erklärten, dass wir die verschiedenen Verbindungen für FerryGoGo testeten, zeigten kurz die Website, die du gerade liest, und danach war schnell klar, warum unsere Route so ungewöhnlich aussah.
Mit dem Auto in den Zug
Das Einfahren in den Zug fühlt sich beim ersten Mal besonders an. Die Fahrzeuge stehen relativ dicht hintereinander. Während der Fahrt kannst du aussteigen, kurz die Beine vertreten oder die Toilette benutzen.
Mehr passiert in diesen 35 Minuten eigentlich nicht, und genau darin liegt die Stärke. Keine Aussicht, kein Restaurantbesuch, kein Spaziergang über Deck. Einfach schnell auf die andere Seite.
- Sehr schnelle Kanalquerung
- Frühere Abfahrt wurde uns bei freier Kapazität angeboten
- Du bleibst mit deinem Auto zusammen
- Deutlich teurer als die drei Fähren in unserem Test
- Check-in und Grenzkontrolle brauchen trotzdem Zeit
- Keine echte Pause an der frischen Luft
Mehr Details zum ganzen Ablauf findest du in unserer separaten LeShuttle-Erfahrung.
Tag 1: Ankunft in England
Nach der Ankunft in Folkestone fährst du praktisch direkt auf das britische Straßennetz. Für uns gab es allerdings keine lange Weiterreise durch England. Wir fuhren direkt nach Dover, denn dort wartete schon die nächste Verbindung unseres Tests.
Und damit begann der etwas absurde Teil unserer Reise: kaum in England angekommen, checkten wir schon wieder für die Fähre zurück nach Frankreich ein.
Tag 1: Unsere Erfahrung mit P&O Ferries

Von Dover fuhren wir mit P&O Ferries zurück nach Frankreich. Wir reisten auf P&O Pioneer, und diese Überfahrt gefiel uns von den drei Fähren insgesamt am besten.
P&O Pioneer und das Schwesterschiff P&O Liberté sind auch 2026 die beiden modernen Fusion-Class-Schiffe von P&O auf Dover-Calais.
Was wir mochten, waren niet alleen de nieuwe materialen. Vor allem die großen Glasflächen gaben dem Innenbereich viel Licht und Raum. Dazu kamen erstaunlich viele Plätze, an denen du essen, trinken oder einfach sitzen kannst.
Auch draußen war es angenehm. Es gab bequeme Sitzplätze und Windschutz, sodass wir tatsächlich Zeit an Deck verbringen wollten. Ein sehr persönliches Detail: Uns fehlte trotzdem ein bisschen die klassische Reling. Für so eine kurze Kanalüberfahrt gehört für uns dieses traditionelle „an der Reling stehen“ irgendwie zum Fährgefühl.


Ein zweites Detail, das uns im Gedächtnis blieb, war die Besatzung. Wir wollten natürlich möglichst viele Bilder für FerryGoGo machen, auch von Bereichen, in die wir als normale Passagiere nicht einfach hineinlaufen konnten. Das Personal war ausgesprochen freundlich und half uns dabei, trotzdem einen guten Eindruck zu bekommen.

Diese Freundlichkeit war übrigens kein Alleinstellungsmerkmal von P&O. Auch bei Irish Ferries und DFDS wurden wir gut behandelt.
Und weil ein seriöser Fährentest natürlich auch die wirklich wichtigen Dinge abdecken muss: Der Kaffee war nicht der beste des Wochenendes. Diesen kleinen Testsieg sollte später DFDS bekommen.
- Unser bestes Gesamterlebnis im Test
- Modernes und helles Schiff
- Viele gute Sitzplätze
- Gute Außenbereiche mit Windschutz
- Sehr hilfsbereite Crew
- Haustier-Lounge
- Uns fehlte ein bisschen die klassische Reling
- Der Kaffee überzeugte uns weniger
Tag 1: Wieder in Calais

Nach der Ankunft wirst du vom Hafen ziemlich direkt Richtung Autobahn geführt. Wer einfach weiter durch Frankreich will, ist dadurch schnell unterwegs. Wir machten diesmal bewusst das Gegenteil und fuhren ins Zentrum von Calais.
Unsere Übernachtung in Calais

Calais überraschte uns am Abend positiv. Wer die Stadt nur vom Autobahnschild kennt, verwacht misschien vooral terminals en vrachtwagens, maar im Zentrum gibt es Restaurants und gemütliche Bars mit einer interessanten Mischung aus französischen und britischen Gästen.
Wir übernachteten im Hotel Meurice. Uns gefielen besonders die zentrale Lage, die Parkmöglichkeiten und die gemütliche Hotelbar.
Viel Zeit zum Ausschlafen hatten wir nicht. Am nächsten Morgen stand bereits die nächste Kanalüberquerung an.
Tag 2: Unsere Erfahrung mit Irish Ferries

Wir fuhren mit Irish Ferries auf der Isle of Innisfree. Das ist wichtig, weil dieser Abschnitt unsere Erfahrung mit diesem damaligen Schiff beschreibt.
Die Isle of Innisfree fühlte sich deutlich älter an als P&O Pioneer. Für uns hatte das durchaus Charme. Besonders die etwas eigenwilligen, teilweise fast kreuz und quer verlaufenden Gänge gaben dem Schiff einen klassischen Fährcharakter.
Andere Dinge gefielen uns weniger. Einige Innenbereiche wirkten altmodisch, die Sanitäranlagen waren auf unserer Überfahrt nicht so sauber, wie wir gehofft hatten, und bei den Sandwiches mussten wir zweimal auf den Preis schauen. Sie waren deutlich teurer als die Snacks, die wir bei P&O und DFDS gekauft hatten.


Draußen verbrachten wir trotzdem gerne Zeit. Die einfachen Sitzbänke passten erstaunlich gut zur klassischen Atmosphäre. Wir hatten außerdem außergewöhnlich gutes Wetter, was bei so einer kurzen Überfahrt natuurlijk heel veel verschil maakt.
Und wieder: sehr freundliches Personal. Dat liep eigenlijk als rode draad door alle drie de ferryovertochten.
- Klassischer Fährcharakter auf unserem Schiff
- Die ungewöhnlichen Gänge hatten Charme
- Bequeme Sitzbänke draußen
- Freundliches Personal
- Teure Sandwiches
- Sanitäranlagen nicht optimal gepflegt
- Für manche Passagiere wahrscheinlich zu altmodisch
Ankunft in Dover: White Cliffs inklusive
Die Ankunft in Dover ist einer der Punkte, bei denen die Fähre LeShuttle einfach schlägt. Die weißen Kreidefelsen siehst du aus dem Tunnel natürlich nicht.
Wenn das Wetter gut ist, würden wir deshalb kurz vor der Ankunft nach draußen gehen. Für uns gehört dieser Blick inzwischen wirklich zur klassischen Kanalfähre.
Der Hafen von Dover fühlte sich für uns kompakter und etwas hektischer an als Calais. Bei unserer eigenen Ankunft lief trotzdem alles problemlos. Wir machten im Zentrum praktisch kehrt und gingen gleich wieder zum Hafen für die letzte Überfahrt unseres Tests.
Tag 2: Unsere Erfahrung mit DFDS

Unsere letzte Überfahrt machten wir mit DFDS. Das Schiff machte einen sauberen und gepflegten Eindruck, fühlte sich für uns aber funktionaler an als P&O und Irish Ferries.
Es war ziemlich voll. Dadurch mussten wir etwas suchen, bevor wir einen Platz gefunden hatten, an dem wir wirklich bequem sitzen konnten.
Der auffälligste Punkt lag aber draußen. Auf unserem Schiff gab es dort praktisch keine richtigen Sitzmöglichkeiten. Viele Passagiere wollten trotzdem draußen sein und setzten sich deshalb einfach auf den Boden.
Das ist precies zo'n observatie die je pas doet als je zelf op zo'n volle overtocht staat. Die Außenfläche war da, die Nachfrage war eindeutig da, maar de banken ontbraken.


Innen war dagegen alles ordentlich. Es gab Restaurants, einen Shop und genug Einrichtungen für eine kurze Fahrt. Für uns fühlte DFDS sich dadurch ein bisschen wie ein sehr ordentliches öffentliches Verkehrsmittel über den Kanal an: praktisch, efficiënt, maar minder „reisgevoel“.
Und dann der kleine, aber verdiente Testsieg: DFDS hatte für uns den besten Kaffee der drei Fähren. Das ist vielleicht nicht der wichtigste Buchungsgrund, aber wenn man innerhalb von zwei Tagen viermal den Kanal überquert, beginnt man auf solche Dinge zu achten.
- Sauberer und gepflegter Eindruck
- Gute Restaurants und Einrichtungen
- Ordentlicher Shop
- Bester Kaffee unseres Tests
- Auf unserer Fahrt keine guten Außenplätze
- Bei hoher Auslastung schwerer, einen bequemen Platz zu finden
- Für uns eher funktional als atmosphärisch
Fähre oder LeShuttle: Was würden wir selbst wählen?

Nach vier direkten Testfahrten haben wir immer noch keine Antwort, die für jede Reise gilt. Und das ist wahrscheinlich das ehrlichste Ergebnis.
Für eine kurze Reise, einen Termin oder wenn jede Stunde zählt: LeShuttle. Die Kanalquerung selbst ist einfach sehr schnell.
Für eine längere Urlaubsfahrt: eher die Fähre. Gerade nach vielen Kilometern im Auto fanden wir es angenehm, wirklich aussteigen zu können, herumzulaufen, an Deck zu gehen und etwas zu essen.
Deshalb würden wir nicht nur 35 Minuten gegen 90 Minuten rechnen. Rechne die ganze Etappe: Anfahrt, Check-in, Grenzkontrolle, Warten, Überfahrt und Weiterfahrt.
P&O, DFDS oder Irish Ferries?
Bei einer Überfahrt von rund anderthalb Stunden würden wir zuerst nach Abfahrtszeit und Preis schauen. Wir würden nicht zwei Stunden länger warten, nur um unbedingt mit unserem Testsieger zu fahren.
Wenn Preis und Zeit ungefähr gleich sind, wäre P&O Ferries auf Basis unserer eigenen Testreise unsere erste Wahl. Uns gefielen das moderne Schiff, das Raumgefühl, die Außenbereiche und die Atmosphäre am besten.
Unsere damalige Irish-Ferries-Fahrt würden wir heute nicht eins zu eins auf die aktuelle Flotte übertragen. Irish Ferries setzt 2026 auf dieser Route Oscar Wilde und Isle of Inishmore ein. Auch bei DFDS solltest du unsere Beobachtungen als Momentaufnahme des getesteten Schiffs lesen.
Das ist für ons een belangrijk verschil tussen een echte review en een statische ranking: wir sagen lieber genau, was wir selbst erlebt haben, als so zu tun, als würde jedes Schiff für immer gleich bleiben.
Calais-Dover ist nicht immer die beste Frankreich-England-Route
Seit diesem Test haben wir noch mehr Frankreich-England-Verbindungen selbst erlebt. Unter anderem sind wir mit Brittany Ferries zwischen Saint-Malo und Portsmouth sowie zwischen Portsmouth und Cherbourg gereist.
Dadurch würden wir heute noch stärker sagen: Wähle zuerst den richtigen Ankunftshafen und danach die Reederei. Calais-Dover ist fantastisch für Kent, London und Südostengland. Für Hampshire, Dorset, Devon oder Cornwall können andere Routen viel besser zur Gesamtreise passen.
Unser Fazit
LeShuttle gewinnt für uns bei Geschwindigkeit. P&O Ferries gewann unseren direkten Fährvergleich. Die Fähre gewinnt aber, wenn wir nach einer langen Autofahrt wirklich eine Pause möchten.
Und vielleicht ist das wichtigste Ergebnis inmiddels een ander: Bei einer England-Reise aus Deutschland oder Frankreich solltest du nicht automatisch fragen „Welche Fähre in Calais?“, sondern zuerst „Welcher Hafen bringt mich am sinnvollsten zu meinem eigentlichen Ziel?“