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Mit der Fähre von Harwich nach Hoek van Holland: unsere Erfahrung mit Rail & Sail und der Nachtüberfahrt

Wir sind inzwischen wieder zurück in Europa, aber dieser Beitrag ist im Grunde die Fortsetzung unseres früheren Artikels über die Rückreise aus Südostasien. Damals saßen wir noch in Thailand fest und haben verschiedene Flug- und Fährenkombinationen durchgerechnet, um wieder nach Hause zu kommen.

Am Ende ging es von Bangkok nach Seoul, von Seoul nach London und danach mit Stena Line Rail & Sail weiter von London nach Harwich, gefolgt von der Nachtfähre nach Hoek van Holland. In diesem Blog geht es also um genau dieses letzte Stück: von London nach Harwich mit dem Zug und anschließend die Überfahrt selbst.

Nach einem 15-stündigen Flug von Seoul nach London hatten wir ehrlich gesagt wenig Lust auf noch einen Flug oder einen umständlichen Anschluss. Genau deshalb fiel unser Blick auf die Fähre zwischen Hoek van Holland und Harwich: deutlich komfortabler nach so einer Reise, und für die Kinder war es obendrein auch noch ein ziemlicher Bonus.

Wichtig: wenn deine Reise über das Vereinigte Königreich führt, prüfe vorher, ob du eine ETA brauchst, und nimm auf jeden Fall einen gültigen Reisepass mit. An Bord kann sich dein Handy außerdem schnell in ein maritimes Netz einwählen: Am besten schaltest du das Datenroaming aus, damit die Überfahrt nicht durch eine unnötig teure Handyrechnung in Erinnerung bleibt.
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Mit Rail & Sail von London nach Harwich

Wir hatten günstige Flüge von Seoul nach London gefunden und kannten das Rail & Sail-Konzept von Stena Line bereits: Zug und Fähre in einer Reise kombiniert. Damit war die Entscheidung am Ende eigentlich ziemlich logisch.

Von Heathrow ging es zunächst Richtung Liverpool Street Station und von dort direkt weiter nach Harwich International, unmittelbar neben dem Fährterminal. Das ist auch direkt einer der größten Pluspunkte dieser Route: Man wird praktisch von Tür zu Tür gebracht. Gerade mit zwei Kindern im Alter von 4 und 2 Jahren und ziemlich viel Gepäck ist das einfach sehr angenehm.

Unser klassischer Anfängerfehler war, dass wir den Zug ausgerechnet in der Londoner Rushhour genommen haben. Mit zwei Kindern und Koffern ist das nicht ideal, aber viel Alternative gab es auch nicht: Wir landeten gegen 16:30 Uhr in Heathrow und mussten anschließend noch quer durch London weiter nach Harwich International.

Vorher dachten wir noch, dass wir uns ziemlich beeilen müssten, um die Abfahrt um 23:00 Uhr zu schaffen. In der Praxis lief der Verkehr und der gesamte Anschluss aber erstaunlich gut. Am Ende standen wir sogar eher zu früh als zu spät am Stena-Line-Terminal in Harwich.

Das Boarding beginnt normalerweise etwa 2,5 Stunden vor Abfahrt, wir waren aber ungefähr 3,5 Stunden vorher schon dort. Das klingt erst einmal früh, war in der Praxis aber völlig in Ordnung. Das Terminal ist komfortabel und liegt direkt neben dem Bahnhof, sodass alles erstaunlich unkompliziert abläuft. Gerade wenn man mit kleinen Kindern reist und außerdem noch ordentlich Gepäck mitschleppen darf, ist das einfach ziemlich angenehm.

2024 war Kollege Jelle bereits auf dieser Strecke unterwegs. Seinen Reisebericht findest du hier: Unsere Erfahrungen an Bord zwischen Hoek van Holland und Harwich.

An Bord der Stena Hollandica

Am Stena-Line-Terminal in Harwich hatte man vermutlich auch gemerkt, dass wir wirklich sehr früh da waren, denn wir durften früher als erwartet an Bord der Stena Hollandica. Nach dem Check-in und mit den Bordkarten in der Hand waren wir irgendwo zwischen 20:00 und 20:15 Uhr bereits auf dem Schiff, ungefähr als erste Passagiere.

Die Kinder hatten sich schon vorher darauf gefreut. Für sie ist eine Fährreise ohnehin großartig, und das ist auch leicht nachzuvollziehen: Spielbereiche, mehr Platz und insgesamt eine deutlich entspanntere Art zu reisen als im Flugzeug.

Tipp: Bewahre deine Bordkarte gut auf: Sie funktioniert auch als Kabinenschlüssel.

Nach dem Boarding haben wir erst einmal eine schnelle Runde über das Schiff gemacht, teils um uns zu orientieren und teils, um noch ein paar Fotos für Ferrygogo aufzunehmen. Danach wurden wir ziemlich direkt auf Anweisung der Kinder Richtung Happy World gelotst. Dort konnten sie ihre restliche Energie loswerden, während wir an der Bar ein Glas Wein geholt und nach der langen Reise endlich einmal kurz durchgeatmet haben.

Nach gut einer Stunde Spielen, Umschauen und erst einmal Ankommen ging es dann in unsere Kabine und wir haben geschlafen.

Unsere Überfahrt von Harwich nach Hoek van Holland

Route: Harwich nach Hoek van Holland
Schiff: Stena Hollandica
Abfahrt: 23:00 Nachtfähre
Gebucht als: Rail & Sail
Kabine: Captain’s Class (2 Kabinen)
Gesamtpreis: £402.30 für 4 Passagiere
Pro Person: ca. £100
Warum das gut funktioniert hat: Zug + Fähre + Kabine + Frühstück = Transport und Übernachtung in einem

Warum wir unsere Kabine upgegradet haben

Nach einem 15-stündigen Flug mit Kindern und anschließend noch der Zugfahrt durch England haben wir uns für ein Upgrade auf eine Captain’s-Class-Kabine entschieden. Ehrlich gesagt fühlte sich das auch einfach verdient an: Nach so einer Reise konnten sowohl die Kinder als auch wir selbst ein bisschen extra Komfort gut gebrauchen.

Die Standardkabinen sind völlig in Ordnung, aber nach der Reise, die wir bereits hinter uns hatten, war dieses Upgrade für uns absolut gerechtfertigt. Natürlich kann und will man nicht in anderer Leute Budget schauen, und für jeden ist diese Entscheidung anders. Für uns war sie in diesem Fall aber jeden Pfund wert, zumal wir durch den Umweg über Seoul insgesamt deutlich Geld gespart hatten.

Und wenn man sich die Gesamtkosten anschaut, wirkte es am Ende auch gar nicht teuer. Für etwas mehr als 400 Pfund hatten wir Zug, Nachtfähre, upgegradete Kabinen und Frühstück inklusive. Das ist eben nicht nur Transport, sondern im Grunde auch gleich die Übernachtung dazu, und genau dadurch werden solche Kombinationen oft interessanter, als sie auf den ersten Blick wirken.

Mehr zu den verschiedenen Kabinen findest du auch in unserem Guide: Hoek van Holland–Harwich Fähre: Kabinen, Tickets & Upgrades.

Unsere Captain’s-Class-Kabine

Die Kabine selbst war deutlich geräumiger als eine normale Innenkabine. Man bekommt sein Gepäck problemlos unter, das Bett ist bequem und auch das Badezimmer mit Toilette und richtiger Dusche fühlt sich schlicht angenehmer an. Nach einem Langstreckenflug merkt man solche Dinge sofort.

Auch nicht ganz unwichtig: Es gibt eine Minibar, eine Kaffeemaschine und einen Wasserkocher. Dadurch nutzt man die Kabine nicht nur zum Schlafen, sondern kann dort auch wirklich kurz runterkommen. Gerade am nächsten Morgen ist es angenehm, erst einmal in Ruhe einen Kaffee in der Kabine zu trinken, bevor man sich wieder Richtung Frühstück oder Ausschiffung bewegt.

Der große Vorteil einer Nachtfähre ist natürlich, dass man reist, während man schläft. Und verglichen mit dem Fliegen fühlt sich das schlicht deutlich angenehmer an. Nenn es beruflich bedingte Voreingenommenheit, aber genau das bleibt für uns einer der größten Pluspunkte solcher Überfahrten.

An Bord: entspannt und familienfreundlich

Das Schiff selbst ist mit Restaurants, Bars und weiterem Bordangebot gut ausgestattet. Die Atmosphäre war entspannt und das Personal freundlich, was nach so einer langen Reise ganz automatisch positiv auffällt.

Das wichtigste Restaurant an Bord ist Taste, das inzwischen mit À-la-carte-Menü statt Buffet arbeitet. Wir haben das Abendessen diesmal wegen der Schlafenszeit der Kinder ausgelassen, aber grundsätzlich ist es also problemlos möglich, nach dem Boarding noch etwas zu essen und anschließend noch kurz in eine Lounge oder Bar zu gehen.

Eine weitere mögliche Upgrade-Option ist die Stena Plus Lounge. Für einen überschaubaren Aufpreis bekommst du Zugang zur Lounge inklusive Snacks und Getränken. Wenn du abends noch etwas länger wach bleiben willst oder tagsüber reist, kann sich das durchaus lohnen.

Frühstück und Ankunft in Hoek van Holland

Am Morgen wird man über die Gegensprechanlage recht dezent geweckt, mit dem Hinweis, dass das Frühstück bereitsteht. In meiner Erinnerung war das irgendwo gegen halb sieben oder sieben, also früh genug, um in Ruhe wach zu werden und sich dann langsam Richtung Restaurant zu bewegen.

Wir haben es ruhig angehen lassen: zuerst noch einen Kaffee in der Kabine, danach zum Frühstück. Das Frühstück selbst war wirklich gut, ebenfalls à la carte, mit ordentlich Auswahl. Nach der Bestellung wurde alles frisch zubereitet, und sobald der Pager vibrierte, konnte man es abholen – oder es wurde an den Tisch gebracht.

Nach dem Frühstück bleibt gerade noch genug Zeit, um die Sachen in Ruhe zusammenzupacken, bevor es Richtung Ausschiffung geht.

Bei der Ankunft in Hoek van Holland gegen 08:00 Uhr morgens ist man in den meisten Fällen nach etwa 20 bis 30 Minuten tatsächlich draußen vor dem Terminal. Dort wurden wir abgeholt, und in diesem Moment war die lange Reise dann endlich wirklich zu Ende.

Was man für diese Überfahrt im Kopf behalten sollte

  • ETA-Regeln prüfen, wenn du über das Vereinigte Königreich reist
  • Einen gültigen Reisepass mitnehmen
  • Die Bordkarte gut aufbewahren – sie ist auch dein Kabinenschlüssel
  • Datenroaming ausschalten
  • Rail & Sail ist wirklich praktisch
  • Ein Kabinen-Upgrade kann sich nach einer langen Reise lohnen
  • Sehr gut geeignet, wenn du mit Kindern reist
  • Man kommt deutlich ausgeruhter an als nach einem Flug

Unterm Strich: Wir haben die Überfahrt von Harwich nach Hoek van Holland als sehr komfortabel erlebt – und vor allem als einen wirklich angenehmen Abschluss einer langen Reise zurück nach Europa. Man reist nachts, kommt vergleichsweise erholt an und spart sich noch einen zusätzlichen Flughafentransfer. Gerade nach einer Interkontinentalreise ist das einfach eine Route, die wir ohne große Zweifel wieder wählen würden.

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