
Was als kurze Reise nach Kopenhagen begann, wurde für uns zu einem echten FerryGoGo-Routentest. Wir wollten nicht nur in die dänische Hauptstadt, sondern auch die wichtigsten Verbindungen zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden selbst ausprobieren: Puttgarden–Rødby, die Øresundbrücke, die Fähre Helsingør–Helsingborg und auf dem Rückweg Gedser–Rostock.
Auf der Karte sehen diese Routen einfach aus: eine kurze Fähre nach Dänemark, eine Brücke nach Schweden, eine weitere kurze Fähre zurück und am Ende wieder mit Scandlines nach Deutschland. In der Praxis hängt die beste Wahl aber von deiner gesamten Route ab: Wo startest du? Willst du nach Kopenhagen, Malmö, Helsingborg, Göteborg oder weiter nach Norden? Und möchtest du möglichst schnell weiterfahren oder die Autofahrt bewusst mit kurzen Fährpausen unterbrechen?
Genau deshalb haben wir diese Runde selbst gefahren. In diesem Erfahrungsbericht nehmen wir dich mit auf unsere Route über Dänemark und Schweden und zeigen, wann Fähre, Brücke oder eine Kombination aus beidem am meisten Sinn ergibt.
Was wir auf dieser Dänemark-Schweden-Route gelernt haben
- Puttgarden–Rødby ist vor allem eine praktische Abkürzung. Die Überfahrt ist kurz, unterbricht aber die lange Autofahrt genau im richtigen Moment.
- Die Øresundbrücke ist die direkteste Wahl Richtung Malmö und Südschweden. Du bleibst auf der Straße und fährst ohne Fährwartezeit weiter nach Schweden.
- Helsingør–Helsingborg lohnt sich eher Richtung Norden. Wenn du nach Helsingborg, Göteborg oder an die schwedische Westküste fährst, kann diese kurze Fähre besser passen als die Brücke.
- Ticketflexibilität ist wichtiger als gedacht. In Helsingborg waren wir zu früh und mussten wegen unseres Tickets entweder warten oder neu buchen.
- Gedser–Rostock fühlt sich mehr wie eine echte Pause an. Im Vergleich zu Puttgarden–Rødby hast du auf dieser längeren Fähre deutlich mehr Zeit an Bord.
Mit dem Auto von den Niederlanden nach Puttgarden
Am frühen Montagmorgen machten wir uns vom FerryGoGo-Büro in Zeist auf den Weg Richtung Norddeutschland. Die Straßen waren ruhig, es gab kaum Verzögerungen und, für Deutschland eher ungewöhnlich, nur wenige Baustellen. Keine echte Staugefahr also.

Nach etwa 6,5 Stunden Fahrt erreichten wir Puttgarden auf Fehmarn. Dort sollte die erste Überfahrt unserer Reise beginnen: die kurze Scandlines-Fähre nach Rødby in Dänemark.
Bei der Ankunft fiel uns sofort etwas auf, das man in Puttgarden kaum übersehen kann: der riesige Bordershop. Das ist kein gewöhnlicher Supermarkt, sondern ein großer, mehrstöckiger Laden, in dem vor allem dänische Kunden günstiger Getränke und andere Waren einkaufen.

Die vielen Einkaufswagen und die großen Parkflächen sagen genug: Für viele Reisende ist der Bordershop fast ein eigener Zwischenstopp vor der Weiterfahrt nach Dänemark.
Fährüberfahrt: Puttgarden–Rødby mit Scandlines
Der Check-in in Puttgarden verlief unkompliziert. Nach einer kurzen Wartezeit fuhren wir auf die Scandlines-Fähre der Route Puttgarden–Rødby. Diese Überfahrt ist kein langes Bordabenteuer, sondern eher ein praktischer Einschnitt in eine lange Autofahrt.
An Bord war die Fähre sauber und funktional. Es gab ein Restaurant, Sitzbereiche und einen kleinen Shop. Als wir auffuhren, ging langsam die Sonne unter. Wir holten uns zwei kalte Biere und standen kurz an Deck. Genau solche Momente machen auch eine kurze Fähre angenehmer als reine Autobahnkilometer.



Für unsere Routenseiten war diese Überfahrt besonders wertvoll. Puttgarden–Rødby lässt sich auf einer Karte leicht erklären, aber erst unterwegs merkst du, warum die Route für viele Autofahrer Richtung Kopenhagen und Schweden praktisch ist: Sie unterbricht die Fahrt, bringt dich schnell auf die dänischen Inseln und passt gut zur Weiterfahrt Richtung Øresundbrücke oder Helsingør.
Von Rødby nach Kopenhagen
Nach etwa 45 Minuten erreichten wir den Hafen von Rødby. Von dort aus fuhren wir weiter nach Kopenhagen, was noch einmal ungefähr 1,5 Stunden dauerte. Genau hier zeigt sich der Vorteil dieser Route: Nach der kurzen Fähre bist du schnell wieder auf der dänischen Straßenverbindung Richtung Hauptstadt.
In Kopenhagen checkten wir im Hotel Danmark ein und gingen später im nahegelegenen Restaurant Rio Bravo essen. Für uns fühlte sich die Tagesroute dadurch nicht wie eine einzige lange Autofahrt an, sondern wie drei Etappen: fahren, Fähre, weiterfahren und ankommen.
Von Dänemark nach Schweden über die Øresundbrücke
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück über die Øresundbrücke nach Schweden. Das Ticket hatten wir im Voraus gekauft, was sinnvoll ist, wenn du deine Route schon kennst und ohne zusätzlichen Stopp weiterfahren möchtest.
Als wir auf die Brücke fuhren, merkten wir allerdings schnell, dass das Licht für Fotos und Videoaufnahmen ungünstig stand. Also fuhren wir, etwas unlogisch, aber für FerryGoGo durchaus typisch, noch einmal zurück und suchten einen besseren Winkel. Immerhin bekamen wir so einen besseren Eindruck von dieser besonderen Verbindung zwischen Dänemark und Schweden.

Die Øresundbrücke ist die direkteste Option, wenn du von Kopenhagen nach Malmö oder weiter nach Südschweden fährst. Du musst nicht auf eine Fähre warten und kannst direkt auf der Straße weiterfahren. Für Ziele weiter nördlich, etwa Helsingborg, Göteborg oder die schwedische Westküste, kann die Fähre Helsingør–Helsingborg aber besser in die Route passen.
Mit der Fähre von Helsingborg nach Helsingør
Nachdem wir wieder in Schweden waren, fuhren wir weiter nach Helsingborg. Unser nächstes Ziel war die kurze Fähre von Helsingborg nach Helsingør. Diese Route ist interessant, weil sie deutlich weiter nördlich liegt als die Øresundbrücke und dich an einem anderen Punkt nach Dänemark oder Schweden bringt.
Nach etwa 50 Minuten Fahrt erreichten wir Helsingborg. Wir hatten bereits ein Ticket mit Öresundslinjen gekauft, waren aber rund zwei Stunden zu früh. Genau hier kam eine wichtige Erkenntnis: Auf dieser Route lohnt es sich, genau auf die Ticketbedingungen und die Flexibilität beim Ankunftsfenster zu achten.
Manche Tickets erlauben ein größeres Zeitfenster für die Ankunft. Wir hatten diese Flexibilität nicht. Deshalb mussten wir wählen: mehrere Stunden warten oder ein neues Ticket kaufen. Da wir am Nachmittag wieder in Kopenhagen sein mussten, entschieden wir uns für ein neues Ticket.

Nach kurzer Wartezeit konnten wir auf die Fähre fahren. Das Schiff war relativ klein, hatte aber ein Restaurant und einen Supermarkt an Bord. Etwa zehn Minuten nach Abfahrt kam eine Durchsage, dass wir die Grenze nach Dänemark überquert hatten. Ab diesem Moment war Alkohol im Bordshop günstiger. Ein kleines Detail, aber genau solche Dinge zeigen, wie lokal diese kurzen Grenzfähren funktionieren.

Die Überfahrt selbst war sehr kurz. Nach etwa 20 Minuten waren wir bereits auf der anderen Seite. Für ein langes Bordprogramm bleibt keine Zeit, aber du kannst kurz aus dem Auto, an Deck stehen und die Aussicht genießen. Bei der Ankunft in Helsingør sieht man außerdem Schloss Kronborg, bekannt aus Hamlet, sehr schön vom Schiff aus.

Für Autofahrer ist diese Verbindung vor allem eine Routenentscheidung. Wenn Malmö dein Ziel ist, ist die Øresundbrücke meist direkter. Wenn du nach Helsingborg, Göteborg oder weiter entlang der schwedischen Westküste fährst, kann Helsingør–Helsingborg die logischere Wahl sein.
Kurzer Stopp in Kopenhagen
Nach der Überfahrt fuhren wir zurück nach Kopenhagen, wo unsere Runde am Morgen begonnen hatte. Etwa 45 Minuten später waren wir wieder am Hotel und hatten Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt.
Wir besuchten einige bekannte Orte, darunter die Kleine Meerjungfrau, Tivoli und Nyhavn. Kopenhagen ist kompakt, sauber und angenehm zu Fuß zu erkunden. Für uns war es ein guter Zwischenstopp, aber diese Route funktioniert genauso gut als reine Durchreise Richtung Schweden.



Zurück im Hotel gab es zwischen 17:00 und 18:00 Uhr eine kostenlose Weinprobe, was nach einem kalten Tag sehr willkommen war. Später bestellten wir noch Bier und verstanden plötzlich noch besser, warum der Bordershop in Puttgarden so beliebt ist: Für zwei gezapfte Carlsberg-Biere zahlten wir 18 €.
Hinweis zur Route: Wir haben Kopenhagen bewusst mit einem Umweg erreicht, weil wir mehrere Verbindungen testen wollten. Wenn du möglichst direkt nach Kopenhagen reisen möchtest, schau dir auch unsere Übersicht der besten Fährverbindungen nach Kopenhagen an.
Rückreise mit der Fähre Gedser–Rostock
Am nächsten Morgen traten wir die Heimreise an. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Gedser, um dort die Fähre nach Rostock zu nehmen. Damit konnten wir nicht nur Puttgarden–Rødby, sondern auch die zweite wichtige Scandlines-Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland in unsere Route einbauen.
Gedser ist ein kleiner Hafenort. Wenn du viel zu früh ankommst, gibt es nicht besonders viel zu tun. Wir kauften ein paar Snacks, liefen kurz durch den Ort und verbrachten danach etwas Zeit rund um das Scandlines-Terminal.

An Bord der Scandlines-Fähre Berlin
Nach dem Check-in konnten wir auf die Scandlines-Fähre fahren. Im Vergleich zur kurzen Puttgarden–Rødby-Überfahrt hast du auf Gedser–Rostock deutlich mehr Zeit an Bord. Dadurch fühlt sich diese Verbindung mehr wie eine echte Pause in der Reise an.
An Bord gab es mehrere Sitzbereiche, Cafés, ein Restaurant, einen Starbucks-Bereich, einen Spielbereich für Kinder und ein All-Inclusive-Buffet. Mit dem richtigen Ticket kannst du dort während der Überfahrt sitzen und Essen und Getränke nutzen. Gerade bei einer längeren Fähre kann so ein Upgrade interessant sein, vor allem wenn du mit Kindern reist oder einfach ruhiger sitzen möchtest.

Wir fuhren mit der Scandlines-Fähre Berlin. Besonders auffällig war der Rotorsegel-Antrieb an Deck, der Windkraft unterstützt. Von außen sieht man sehr gut, wie groß dieses Bauteil ist. Für uns war das einer der interessantesten technischen Eindrücke der ganzen Reise.
Während der Überfahrt fand außerdem eine Polizeitrainingsübung an Bord statt. Das war unerwartet, aber spannend zu beobachten. Genau solche Details stehen in keinem Fahrplan, bleiben aber nach einer Überfahrt hängen.
Von Rostock zurück in die Niederlande
Unsere Überfahrt nach Rostock dauerte etwa zwei Stunden. Wegen Gegenwind waren wir etwas länger unterwegs als üblich. Das ist eine gute Erinnerung daran, dass Fährzeiten immer Richtwerte bleiben und Wetter oder Betriebsabläufe eine Rolle spielen können.
Nach der Ankunft in Rostock lag noch eine lange Autofahrt vor uns. Nach ungefähr sieben Stunden erreichten wir wieder die Niederlande: müde, aber mit vielen Fotos, Videos und praktischen Eindrücken von vier verschiedenen Verbindungen zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden.
Unser Fazit: Fähre, Brücke oder beides?
Nach dieser Dänemark-Schweden-Runde würden wir die Route nicht als eine einzelne Entscheidung sehen. Es geht nicht nur um Puttgarden–Rødby, die Øresundbrücke oder Helsingør–Helsingborg. Die beste Wahl hängt davon ab, wo du startest, wo du nach Schweden einreisen möchtest und wie viel Autofahrt du am Stück machen willst.
Puttgarden–Rødby ist die praktischste Abkürzung, wenn du aus Deutschland Richtung Kopenhagen oder Südschweden fährst. Die Überfahrt ist kurz, aber sie macht die lange Autofahrt angenehmer, weil du kurz aus dem Auto kommst und danach direkt weiter durch Dänemark fahren kannst.
Die Øresundbrücke ist die direkteste Lösung, wenn dein Ziel Malmö oder Südschweden ist. Du musst nicht auf eine Fähre warten und kommst schnell auf die schwedische Seite. Wenn du aber weiter nördlich nach Helsingborg, Göteborg oder an die Westküste willst, kann Helsingør–Helsingborg besser in die Route passen.
Gedser–Rostock war für uns vor allem auf der Rückreise interessant. Diese Überfahrt ist länger als Puttgarden–Rødby und fühlt sich dadurch mehr wie eine richtige Pause an. Wenn deine Route über Rostock logischer liegt, kann das angenehmer sein als der kürzeste Fährsprung.
Unsere wichtigste Erkenntnis: Vergleiche nicht nur die Überfahrtszeit. Schau dir die ganze Route an: Anfahrt zum Hafen, Wartezeit, Ticketflexibilität, Weiterfahrt durch Dänemark und dein Ziel in Schweden. Genau dort entscheidet sich, ob Fähre, Brücke oder eine Kombination aus beidem am besten passt.
Wann welche Route sinnvoll ist
- Puttgarden–Rødby: sinnvoll, wenn du die kurze Abkürzung von Deutschland nach Dänemark suchst und weiter nach Kopenhagen, Malmö oder Südschweden fährst.
- Øresundbrücke: am direktesten, wenn du von Kopenhagen nach Malmö oder Südschweden möchtest.
- Helsingør–Helsingborg: interessant, wenn du weiter nördlich nach Schweden willst, etwa Richtung Helsingborg, Göteborg oder Westküste.
- Gedser–Rostock: gut als längere Pause oder wenn deine Route über Rostock logischer liegt, zum Beispiel auf der Rückreise oder bei einer östlicheren Route durch Deutschland.