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Reisebericht · Mai 2024

Calais – Dover: drei Fähren und der Tunnel, selbst getestet

Zwischen Calais und Dover fährst du mit drei Reedereien über den Ärmelkanal, oder mit LeShuttle auf dem Autozug darunter durch. Jelle und Rob haben im Mai 2024 alle vier nacheinander genommen: zwei Tage, vier Überquerungen, eine Nacht in Calais dazwischen. Hier steht, was wir gesehen und bezahlt haben, und was wir beim nächsten Mal buchen würden.

Grünes Verkehrsschild über der Straße zum Hafen von Calais mit den Logos von P&O Ferries, Irish Ferries und DFDS und Pfeilen für Autos und Busse
Selbst gefahren, Mai 2024 Drei Fähren und der Autozug Check-in und Grenzkontrolle kosten bei Fähre und Tunnel Zeit Reisepass und ETA, auch für Kinder
Was es kostet
Wann
Mai 2024, zwei Tage hintereinander
Was wir nahmen
LeShuttle, P&O Ferries, Irish Ferries und DFDS
P&O Ferries
91,70 €, die günstigste der vier
Irish Ferries
96,50 €
DFDS
100,00 €
LeShuttle
172,50 €, gut 80 € mehr als P&O
Die Reise

Tag 1: unsere Erfahrung mit LeShuttle

Wir starteten früh am Morgen mit dem Auto, um durch den Tunnel zu fahren. Der Autozug war für uns 70 bis gut 80 € teurer als die Fähren, aber er braucht 35 Minuten statt 90 auf dem Wasser. Der Unterschied liegt in dem, was drumherum passiert: Check-in und Grenzkontrolle dauern bei beiden ungefähr gleich lang, und bei beiden solltest du mindestens eine Stunde vorher am Terminal sein, an vollen Ferientagen mehr. Mit dem Check-in kamen wir auf etwas mehr als zweieinhalb Stunden für die Fähre und auf 1 Std. 35 für den Zug.

Weil wir sehr früh dran waren, bot uns der Mitarbeiter am Check-in einen früheren Zug an. Genau das ist der Vorteil, den die Fähre nicht hat: Dort heißt früh sein nur länger warten.

Wir sind erst ein bisschen durch das Terminal gelaufen. Es ist eine Halle mit Läden, einem Starbucks und einem Burger King; auf dem Bildschirm stand eine Entschuldigung für die Wartezeit, mit 30 Minuten darunter. Auf der Abfahrtstafel siehst du pro Zug, ob das Boarding läuft oder schon geschlossen ist.

Danach ging es zur britischen Grenzkontrolle, die in Frankreich steht. Dort wurden wir freundlich gefragt, warum wir in so kurzer Zeit so oft hin und her fuhren. Nachdem wir die Website gezeigt hatten, die du gerade liest, und kurz erklärt hatten, was wir machen, war die Sache klar und wir durften weiter.

Kurz vor dem Einfahren wartest du auf einem Aufstellplatz. Dort gibt es Toiletten und ein Glashäuschen mit Automaten für Kaffee und Snacks, sonst nichts. Willst du richtig Pause machen, dann vor dem Check-in. Das Einfahren in den Zug ist ein besonderes Erlebnis; im Waggon darfst du aus dem Auto steigen, die Beine vertreten oder zur Toilette gehen.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde fährst du in Folkestone wieder hinaus, und dieses Tempo beeindruckt. Folkestone liegt etwa zehn Minuten Fahrt südwestlich von Dover. Vom Zug fährst du direkt auf die Straße, und dort beginnt der Linksverkehr; unsere Tipps dazu stehen hier. Viel Zeit für England hatten wir nicht: Wir fuhren direkt weiter zum Fährhafen von Dover.

Was für den Tunnel spricht: sehr schnell, und du kannst im Auto sitzen bleiben. Was dagegen spricht: lange Check-in-Zeiten, und teuer. Wie die Fahrt selbst ablief, steht ausführlicher in unserem Bericht über den Autozug nach England. Die Tickets für LeShuttle kannst du im Fährvergleich ansehen.

Selbst gefahren

Unsere eigenen Fotos, in der Reihenfolge der Reise.

Blick durch den Waggon des Autozugs: ein schmaler Gang an der Seite, gelbe Sicherheitsschilder und weiter vorn ein Auto mit roten Rücklichtern
Im Waggon: Motor aus, und aussteigen darfst du. Viel weiter als bis zu diesem Gang kommst du nicht.
An Bord

Tag 1: mit P&O Ferries zurück nach Calais

Von Folkestone fuhren wir weiter nach Dover, um mit P&O Ferries zurück nach Frankreich zu fahren. Diese Überfahrt gefiel uns von den dreien am besten.

P&O fährt auf dieser Route mit zwei modernen Schiffen, der P&O Pioneer und dem Schwesterschiff P&O Liberté; so ist es auch 2026. Wir fuhren mit der Pioneer und waren beeindruckt, wie gut an Bord alles geregelt war. Es gibt viele Sitzplätze, drinnen und draußen, und mehrere Stellen, an denen du etwas essen oder trinken kannst.

Durch die große Glasfront in der Mitte fühlt sich das Schiff großzügig an, und du hast eine schöne Aussicht. Auch draußen ist es angenehm, mit bequemen Plätzen und Windschutz; uns persönlich fehlte trotzdem ein bisschen die klassische Reling.

Was uns außerdem auffiel, war die Freundlichkeit der Crew. Wir wollten Fotos von Bereichen machen, in die wir als normale Passagiere nicht hineindurften, und die Besatzung half uns gern dabei. Diese Freundlichkeit zog sich durch alle drei Fähren, die wir nahmen. Der Kaffee war allerdings nicht der beste des Wochenendes.

Die Ankunft in Calais läuft reibungslos: Vom Hafen wirst du direkt auf die Autobahn geleitet. Willst du ins Zentrum, machst du einen kleinen Umweg; die meisten fahren gleich weiter.

Wir blieben, um am nächsten Tag ausgeruht weiterzufahren, und Calais überraschte uns am Abend: Im Zentrum gibt es genug Restaurants und gemütliche Kneipen, mit einer schönen Mischung aus französischen und britischen Gästen. Wir schliefen im Hotel Meurice, wegen der Parkplätze vor der Tür (es gibt auch eine Garage), der Lage im historischen Teil von Calais und der gemütlichen Bar im Hotel. Einfach, aber bequem und bezahlbar, und wir haben gut geschlafen.

Selbst gefahren
Kreuzung im Zentrum von Calais mit französischen Wegweisern zu Hôtel de Ville, Gare und Port Car Ferry, zwei Bussen und im Hintergrund dem Belfried
Vom Hafen fährst du direkt auf die Autobahn. Ins Zentrum, wie hier, machst du einen kleinen Umweg.
Lobby des Hotel Meurice in Calais mit blauem Teppich, einem vergoldeten Spiegel über dem Heizkörper und einer Bar hinter einer offenen Tür
Kurz durchatmen in der Lobby des Hotel Meurice: einfach, mit eigener Bar und Parkplatz vor der Tür.
An Bord

Tag 2: die Morgenfähre von Irish Ferries

Am Morgen fuhren wir früh los, um die Morgenfähre von Irish Ferries zu erreichen. Nach der üblichen Wartezeit am Check-in ging es an Bord der Isle of Innisfree.

Die Isle of Innisfree ist eine ältere Fähre, deutlich älter als die Pioneer von P&O, und das hatte durchaus Charme, mit fast kreuz und quer laufenden Gängen. Die Einrichtung und das Essen wirkten aber altmodisch, Essen und Trinken waren teurer als bei P&O und DFDS, vor allem die Sandwiches, und die Toiletten waren auf unserer Überfahrt nicht so sauber, wie wir gehofft hatten.

Zum Glück machte das freundliche Personal viel wett. Außerdem boten die Außendecks genug Platz, um die Überfahrt zu genießen, mit Holzbänken, auf denen du wirklich sitzen kannst. So war es am Ende angenehm, auch weil wir sehr schönes Wetter hatten.

Für 2026 nennt Irish Ferries auf Calais – Dover die Oscar Wilde und die Isle of Inishmore. Was hier steht, gilt also für die Isle of Innisfree, mit der wir damals gefahren sind.

Die Ankunft in Dover ist spektakulär, mit Blick auf die berühmten Kreidefelsen; die siehst du aus dem Tunnel natürlich nicht. Geh bei der Annäherung an die Küste kurz an Deck. Was diese Überfahrt an deinem Datum kostet: Vergleiche die Abfahrten auf Calais – Dover, mit allen drei Reedereien nebeneinander.

Selbst gefahren
An Bord

Tag 2: DFDS, und warum sich Dover enger anfühlt

Der Hafen von Dover ist enger als der von Calais und kann bei viel Betrieb etwas chaotisch wirken; dann stehst du bei der Ankunft und bei der Abfahrt länger. Bei uns lief alles ohne Probleme. Wir drehten im Zentrum von Dover praktisch um und checkten bei DFDS ein.

Auf den ersten Blick war das renovierte Innere ordentlich, aber nicht so beeindruckend wie bei P&O. An diesem Tag war es ziemlich voll an Bord, mit einer fröhlichen Urlaubsstimmung, aber einen wirklich bequemen Sitzplatz haben wir nicht gefunden.

Draußen konntest du nicht sitzen: Dort gibt es keine Bänke und keine Stühle. Das ist eine verpasste Chance, denn viele setzten sich einfach auf den Boden, und das sagt genug darüber, wie gern die Leute auf einer Überfahrt draußen sind.

Die Fähre von DFDS fühlte sich funktional an, ein bisschen wie ein öffentliches Verkehrsmittel über den Kanal, während Irish Ferries und P&O mehr Reisegefühl boten. Dafür hatte DFDS den besten Kaffee der drei. Vergleiche die Abfahrten von DFDS auf Calais – Dover.

Selbst gefahren
Schilderbrücke über der A16 mit blauen Schildern nach Calais, Tunnel sous la Manche und Port Car Ferry, durch eine nasse Windschutzscheibe gesehen
Auf der A16 stehen die beiden Möglichkeiten untereinander auf demselben Schild: der Tunnel oder der Hafen.
Unser Fazit

Was wir beim nächsten Mal nehmen würden

Selbst gefahren: Jelle und Rob · Mai 2024

Nach zwei Tagen und vier Überquerungen: Die Fähre braucht 90 Minuten, der Tunnel 35, aber Check-in und Grenzkontrolle kosten bei beiden etwa eine Stunde, und auf einem langen Fahrtag wird der Zeitvorteil dann klein. Für eine kurze Reise oder einen Geschäftstermin ist der Zug deshalb attraktiv: Du verlierst keine Zeit, du zahlst pro Fahrzeug, mit mehr Leuten im Auto fällt der Aufpreis also weniger ins Gewicht, und du gibst unterwegs nichts für Essen an Bord aus, was schnell zusammenkommt. Auf einer längeren Urlaubsfahrt finden wir die Fähre entspannter und auch schöner: aus dem Auto raus, frische Luft an Deck, ein Mittagessen, und die Überfahrt wird Teil der Reise statt ein Stück der Strecke. Bei uns gab außerdem der Preis den Ausschlag, denn der Autozug kostete fast das Doppelte der günstigsten Fähre.

  • Achte beim Zug auf die Abfahrtszeit: Zu beliebten Zeiten steigt der Preis schnell.
  • Bist du früh am Tunnel, frag nach einem früheren Zug. Bei uns ging das, und genau diesen Vorteil hat die Fähre nicht.
  • Draußen sitzen ist der größte Unterschied zwischen den drei Fähren: Irish Ferries hat Bänke an Deck, P&O Stühle mit Windschutz, und bei DFDS gab es keinen einzigen Stuhl.
  • Für anderthalb Stunden auf dem Wasser würden wir zuerst nach Abfahrtszeit und Preis schauen. Uns gefiel die Fahrt mit P&O Ferries aber so gut, dass uns das 10 € mehr wert wäre. Die Frage stellte sich gar nicht: P&O war auch die günstigste der vier.
  • Die britische Grenzkontrolle steht in Calais, vor dem Boarding. Rechne diese Zeit mit, bei der Fähre und beim Zug.
Kurze Reise oder geschäftlichDer Tunnel. 35 Minuten, du bleibst im Auto, und weil du pro Fahrzeug zahlst, fällt der Aufpreis mit mehr Leuten weniger ins Gewicht.
Urlaub mit ZeitDie Fähre. Anderthalb Stunden aus dem Auto nach einem langen Fahrtag tun mehr als 35 Minuten Stillsitzen in einem Waggon ohne Fenster.
Welche ReedereiErst die Abfahrtszeit, dann der Preis. Kostet P&O etwa so viel wie die anderen beiden, wird es P&O: Das war für uns die angenehmste Fähre.

Unser eigenes Fazit nach diesen zwei Tagen. Die Überfahrtszeiten, die Ab-Preise von heute und die drei Reedereien stehen auf Calais – Dover.

Häufige Fragen
Was ist schneller zwischen Calais und Dover, die Fähre oder der Tunnel?

Der Autozug braucht 35 Minuten, die Fähre 90. Mit Check-in und Grenzkontrolle kamen wir auf 1 Std. 35 für den Zug und etwas mehr als zweieinhalb Stunden für die Fähre; auf der ganzen Reise ist der Unterschied also kleiner als auf dem Wasser. Wie der Tunnel abläuft, steht in unserem Bericht über den Autozug.

Welche Reederei ist auf Calais – Dover am angenehmsten?

Von den dreien, die wir nahmen, war es P&O Ferries: die neuesten Schiffe, viele Sitzplätze drinnen und draußen und eine Glasfront, die das Schiff großzügig wirken lässt. Irish Ferries war älter, mit Charme und Bänken an Deck; DFDS war ordentlich renoviert, aber funktional. Bei gleichem Preis würden wir P&O nehmen.

Wie früh muss ich da sein?

Bei beiden mindestens eine Stunde vorher, an vollen Ferientagen mehr. Die britische Grenzkontrolle steht in Frankreich, die Wartezeit gehört also zur Abfahrt und nicht zur Ankunft. Halte dich an die Check-in-Zeit in deiner Buchung.

Wie weit ist Calais von Deutschland entfernt?

Ab Düsseldorf gut 400 km, etwa viereinhalb Stunden; ab Frankfurt gut 600 km und sechseinhalb Stunden; ab Hamburg gut 760 km und knapp acht Stunden, ohne Pausen und ohne Stau. Aus Norddeutschland ist Rotterdam deutlich näher (ab Hamburg gut 520 km), mit der Nachtfähre nach Hull; mehr dazu in Die beste Fähre nach England ab Deutschland.

Ist Calais ein guter Ort zum Übernachten?

Wir hatten wenig erwartet, und es war angenehm. Im alten Zentrum gibt es Restaurants und Kneipen mit Franzosen und Briten gemischt. Wir schliefen im Hotel Meurice, wegen des Parkplatzes vor der Tür, der Lage im alten Zentrum und der Bar im Hotel.

Kann ich alle drei Reedereien auf einer Reise nehmen?

Wir haben es an zwei Tagen gemacht: hin und zurück am ersten Tag, hin und zurück am zweiten, mit einer Nacht in Calais dazwischen. Du buchst jede Überquerung einzeln und checkst jedes Mal neu ein; rechne pro Überquerung mit etwas mehr als zweieinhalb Stunden vom Terminal bis zur Straße auf der anderen Seite.

Gut zu wissen

Früh sein hilft nur beim Zug. Dort durften wir einen früheren nehmen; bei der Fähre wartest du einfach länger.

Die Grenzkontrolle steht in Frankreich. Bei der Fähre und beim Tunnel, vor der Abfahrt, nicht bei der Ankunft.

Draußen sitzen ist auf jedem Schiff anders. Irish Ferries hat Bänke, P&O Stühle mit Windschutz, DFDS nichts.

Rechne das Essen an Bord mit. An Bord gibst du schnell ein paar Zehner aus; im Zug geht das nicht.

Wähl zuerst den Ankunftshafen, dann die Reederei. Calais – Dover passt für Kent, London und den Südosten Englands. Liegt dein Ziel in Hampshire, Dorset, Devon oder Cornwall, passen Dieppe – Newhaven oder die Fähren von Brittany Ferries ab der Normandie und der Bretagne oft besser: alle stehen bei Von Frankreich nach England.

Buchen

Die vier Möglichkeiten nebeneinander

Die drei Reedereien und der Autozug fahren durcheinander. Im Vergleich siehst du pro Datum, was fährt und was es kostet.

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